Ausgabe 4.2021

AUSZUG AUS DEM INHALT:

BODY
Pilates als Cross-Training: Effekte des systematischen Ganzkörpertrainings

Was haben Lebron James, Cristiano Ronaldo und Tiger Woods gemeinsam? Sie nutzen Pilates als Cross-Training.1 Denn schon lange ist Pilates keine reine Frauendomäne mehr, sondern für Menschen jeden Geschlechts ideal als herausfordernde, schonende Trainingsmethode, die ein Gleichgewicht zwischen Kraft, Beweglichkeit und Flexibilität herstellt.

Blutwerte verstehen: Relevante Fitnessmarker im Überblick

„Zeig mir dein Blut, und ich sag dir, wer du bist!“ Was sich zunächst nach einer Szene eines Horrorfilms anhört, enthält medizinisch sehr viel Wahrheit. Unsere Blutwerte können konkrete Hinweise über unsere aktuelle Leistungsfähigkeit, akute und chronische Mangelzustände und unseren allgemeinen Gesundheitszustand geben. Welche Aussagen getroffen werden können, wird im folgenden Beitrag beleuchtet.

Smarte Progression: „Any idiot can make another idiot tired“

In einer Welt voller Eisen und Stahl wird Trainierenden oft das Gefühl vermittelt, dass mehr Krafttraining auch zu mehr Erfolg führen würde. Wer am härtesten trainiert, hat auch den größten Erfolg. Dass das nicht der Realität entspricht, wird klar, sobald man einige Zeit ehrgeizig trainiert hat. Wie dem Zitat von Yuri Verkhoshansky zu entnehmen ist, ist es in der Theorie keine große Aufgabe, Trainingspläne zu verfassen, die Athleten regelrecht aus dem Leben schießen. Die Aufgabe, die sich stellt, ist, den Nutzen, den uns Training bringt, neben den Kosten gut aussehen zu lassen. Am Ende des Tages sollten wir nur so viel Zeit in Krafttraining investieren, wie wir auch optimal verarbeiten können. Aber wie verändern wir einen Trainingsplan nun, wenn sich Leistungsplateaus in den Weg stellen?

NUTRITION
Reverse Diet: Das Geheimnis im Kampf gegen den Jojo-Effekt?

Jeder kennt es, alle hassen es: Nach einer harten Diät, bei der endlich das Traumgewicht beziehungsweise die Wunschform erreicht wurde, fragt man sich: „Wie schaffe ich es, wieder mehr zu essen, ohne die abgeworfenen Kilos direkt wieder draufzuhaben?“

Süßungsalternativen: Wie gesund sind Agavendicksaft, Kokusblütenzucker und Co wirklich?

Unter Zucker werden meist die weißen, süßschmeckenden Kristalle verstanden, welche bereits seit 700 n. Chr. aus dem Saft des Zuckerrohrs gewonnen werden. Zunächst waren sie ein rares und sehr wertvolles Gut, welches erst seit Mitte des 19. Jh. durch die Produktion aus heimischem Zuckerrohr für jedermann verfügbar wurde. Seitdem ist Zucker ein beliebtes Nahrungs- und Genussmittel. Mit zunehmender Verfügbarkeit stieg auch der Konsum. In den Jahren 2019/2020 nahm jeder Deutsche durchschnittlich etwa 39 kg Zucker zu sich, was 93 g/Tag entspricht. Hauptquellen sind Süßwaren und zuckerhaltige Getränke wie Fruchtsäfte, Softdrinks oder Limonaden. Da Zucker jedoch nicht nur als
Süßungsmittel eingesetzt wird, ist er auch in vielen, eher untypischen Lebensmitteln zur Haltbarmachung, Textur-, Farb- oder Aromagebung enthalten.

EAAs: Die neue Wunderwaffe für Muskelaufbau und Co?

Das Thema Aminosäuren ist den meisten sport- und fitnessbegeisterten Menschen wahrscheinlich ein Begriff, da sie eine Vielzahl an wichtigen Aufgaben in unserem Körper übernehmen. Doch was sind eigentlich EAAs – und halten sie das, was viele Supplement-Hersteller versprechen?

MIND
Neuromodulation: Effektives Mittel gegen Schmerzen?

Jeder Mensch erfährt im Laufe seines Lebens das Phänomen der Neuromodulation an seinem Körper. Schon sanfte passive Maßnahmen, die mit einem Druckreiz auf Körpergewebe wie der Muskulatur wirken, lösen diesen Effekt aus. Das häufigste Beispiel ist die Massage. Dabei wird durch Druckapplikation mit den Händen oder anderen Massagetools Druck auf Faszien und Muskeln ausgeübt.

Olympisches Mindset: Gewichtheberin Lisa Marie Schweizer im Interview

Lisa Marie Schweizer (26) ist deutsche Gewichtheberin und Kommissarin: Im Juli 2021 trat sie in der Gewichtsklasse bis 64 kg bei den Olympischen Spielen in Tokio an und belegte den zehnten Platz. Neben ihrer physischen Kraft begeisterte sie dort vor allem auch durch ihre unbändige Willensstärke! Wer sie ist, woher sie die Stärke nimmt, psychische sowie physische Extrembelastungen zu meistern, welche Bedeutung Rückschläge für sie haben, was ihr hilft, sich zu fokussieren und wie sie im Einklang mit ihrem Körper Bestleistungen erzielt: Darum geht es im Interview.

Mental Deload: Mehr Motivation und Leistung dank gezielter Auszeit

In den letzten Jahren häufen sich die Beschwerden von Kunden, sie würden weniger im Training schaffen. Und selbst Personen, bei denen der Alltag im Lockdown letztes Jahr deutlich mehr Freizeit brachte, habe ich nicht selten gehört, dass man sich müde und ausgebrannt fühle. Als Sportler sind wir oftmals stolz darauf, wie viel Leistung wir abrufen können, aber auch wie viel wir wegstecken können. Es werden Worte dafür gefunden wie „The Grind“, man will damit ausdrücken, wie hart man ist, wie viel man wegsteckt. Sprüche wie „No Pain, No Gain“ sind überall. Eine intelligente Trainingsplanung sorgt jedoch dafür, dass die besten Resultate mit dem niedrigsten, dafür nötigen, Aufwand erreicht werden. Was dabei oft vergessen wird, ist jedoch der Kopf. Mentale Belastungen und Stress werden zwar in der Theorie berücksichtigt, in der Praxis ist es jedoch selten der Fall. Es wird dann argumentiert „man muss sich halt einfach überwinden“ oder brauche „Disziplin“. Das ist ein ernstzunehmender Fehler, denn mentale Ermüdung nimmt zu und wird für viele ein Begleiter bleiben.

TRENDS
Hyrox: Die härteste Fitness-Challenge der Welt?

Hyrox ist eine relativ junge Wettkampfform, bei der den Athletinnen und Athleten sowohl Kraft als auch Ausdauer abverlangt wird. 2017 fand das erste Event in Hamburg statt und mischt seither die Fitnessszene auf (Teschke, 2021). Der Ablauf beim Hyrox ist immer identisch, die Gewichte variieren jedoch je nach Kategorie und ermöglichen somit Sportlerinnen und Sportlern mit unterschiedlichen Leistungsniveaus den Wettkampf.

Polyphenole, Flavonoide, Chlorophyll und Co: Was ist dran am Hype um die sekundären Pflanzenstoffe?

Sekundäre Pflanzenstoffe fallen in der Natur oftmals durch ihre intensiven Farben auf. Ein Kunstgriff der Natur, um auf sich aufmerksam zu machen. Entweder weil von der fraglichen Pflanze Gefahr ausgeht oder auch genau das Gegenteil: möglichst attraktiv für den Verzehr zu sein. Schließlich ist „eat colorful“ nicht zu Unrecht eine bekannte Empfehlung für eine möglichst ausgewogene Ernährung. Inzwischen gibt es vermehrt Supplemente, die sekundäre Pflanzenstoffe in Reinform liefern. Ist das der ultimative Boost für Gesundheit und Immunsystem?

Wie viele Schritte gehst du pro Tag? Welche Pace läufst du? Wie viele Kalorien nimmst du zu dir? Wie lange meditierst du täglich? Wie viele Klimmzüge schaffst du … wie viele Burpees machst du … wie viel Zusatzgewicht nimmst du … Gerade im Sport sind Vergleiche allgegenwärtig und auch toll, um sich gegenseitig zu pushen. Aber wo hört eigentlich die gesunde, motivierende Challenge auf und wo fängt der schädliche Vergleich an?

Ich ertappte mich selbst bereits oft als Meisterin des schädlichen Vergleichens: So stellte beispielsweise der Laufsport meinen entspannenden Ausgleich zum Fitnessstudio dar. Zumindest so lange, bis ich anfing, mich mit einem Freund zu messen, dessen Leidenschaft vor allem dem Laufen galt. Perfektion musste her und die ursprüngliche Freude, das Freiheitsgefühl, am Laufen wich der Frustration, weil ich meine gesetzten Zeiten nicht schnell genug erreichte.

Viel zu oft ziehen wir Vergleiche, wo streng genommen gar keine möglich oder schlichtweg nicht nötig sind: verschiedene Lebensgerüste, Ziele, Körperkompositionen und letztlich auch genetisch bedingte Faktoren machen jeden Menschen so individuell. Trotzdem neigen wir dazu bei, völlig unterschiedlichen Voraussetzungen gleiche Maßstäbe anzulegen.

Das neue Jahr ist für viele wieder DER Stichtag für Neuanfänge. Gerade jetzt ist wieder die Zeit für neue Ziele. Unser Zielkompass soll dir dabei helfen ganz individuelle Ziele zu setzen. Ja, deine Ziele sollen dich herausfordern, dich challengen, dich vorwärtsbringen. Bei all der Leidenschaft und den Ambitionen solltest du aber nie dein Tempo, dein Vorwärts und deinen Kampfgeist mit dem anderer vergleichen. Sei dein eigener Maßstab, setz dir eigene Ziele in deinem Tempo und beginne deine beste Version zu werden. Für dich!

Passend dazu gibt es in dieser Ausgabe ein spannendes Interview mit der Gewichtheberin Lisa Marie Schweizer, die über Ziele, Selbsteinschätzung und Körperwahrnehmung spricht. Entoni Kupe zeigt in seinem Beitrag auf, wie Deloads den Trainingserfolg verbessern können und im Beitrag von Frank Taeger erfährt man, was es mit dem aktuell viel diskutierten „Mental Load“ auf sich hat und wie er im Alltag reduziert werden kann.

Ich wünsche allen, die diese Ausgabe in Händen halten, nur das Beste für 2022: Den Mut Neues zu wagen sowie Ideen und Wünsche zu verwirklichen, Gesundheit für sich selbst und alle die einem am Herzen liegen sowie einen rücksichtsvollen Umgang mit anderen, aber auch insbesondere mit sich selbst.

Viel Freunde beim Lesen

Mirjam Gabler