Ausgabe 1.2020

AUSZUG AUS DEM INHALT:

BODY
Go for Gold: So entstehen olympische Bestleistungen
Turnen ist Herzblut! Das Gefühl, fliegen zu können und seinen Körper perfekt in der Luft zu beherrschen und wieder sicher am Boden zu stehen, ist einmalig und für mich einzigartig. Im Alter von fünf Jahren entdeckte ich meine Leidenschaft für das Turnen und konnte mir 2012 meinen Traum einer Teilnahme bei den Olympischen Spielen erfüllen. Als erfolgreichste und zugleich jüngste deutsche Turnerin belegte ich dort den vierten Platz.

Return to Sport: So gelingt der Wiedereinstieg
Ein Knacken, Peitschen, Schnalzen, das sogar Außenstehende deutlich wahrnehmen: Das beschreibt in meinem Fall eine unglückliche Landung auf der Schulter nach einem an sich erfolgreichen Fallschirmsprung. Zunächst ohne Schmerzen folgt ein Aufrappeln, kurzes Schütteln und weiter geht’s, runter von der Landezone, Fallschirm für den  nächsten Sprung packen, der allerdings heute nicht mehr stattfindet, da es der letzte des Tages war. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, er sollte für mich auch der letzte für eine lange Zeit gewesen sein.

CrossFit: Training for the Unknown and Unknowable: Die Trendsportart des letzten Jahrzehntes
Ich betrete das Treppenhaus einer alten Industriehalle. Der Zement bröckelt von den Wänden und ich merke, wie der Boden vibriert. Im ersten Stock angekommen öffne ich die Tür, an der ein kleiner Zettel mit dem Wort CrossFit hängt. Mir schlägt Heavy Metal entgegen, gepaart mit einem leichten Schweißgeruch. Etwas eingeschüchtert trete ich ein. Neben dem korpulenten grauhaarigen Mann, der soeben sein T-Shirt in eine Ecke wirft und sich oberkörperfrei wieder an die Langhantel begibt, springen zwei Frauen an das Rig und machen so viele Klimmzüge, dass ich beim Zählen durcheinanderkomme. Dazwischen ein junger Kerl mit einem „I love Swedish Boys“ Shirt. Er scheint kurz davor aufzugeben, doch eine Trainerin treibt ihn in den letzten Minuten des Workouts zu Höchstleistungen. Zwei Minuten später ist alles vorbei und aus der Heavy Metal Hölle wird ein Ort der Freude und des Glücks. Interessanter erster Eindruck. 60 Minuten später liege ich am Boden, mit einer leeren Langhantel in der Hand und erlebe meine erste Nahtoderfahrung. Neben mir zwei junge Frauen, die gerade dabei sind, ihr Zusatzgewicht von der Stange abzubauen. „Na, bist du zum ersten Mal hier? Keine Sorge, so geht es jedem.“ – Danke Mädels, das baut mich auf.

Hormongesteuert: Sport aus Sicht eines Endokrinologen
Denkt man an Hormone und Sport, liegt der Gedanke an Doping nahe. Tatsächlich ist es so, dass es sich bei den meisten Substanzen, die im Profisport eingesetzt werden, um Hormone handelt, welche starke Leistungsverzerrungen herbeiführen. Unabhängig davon haben die biochemischen Botenstoffe erheblichen Einfluss auf unser Empfinden, Verhalten und unsere Leistung. Grund genug die komplexen Zusammenhänge zwischen Hormonen und Sport aus Sicht eines Endokrinologie-Experten zu beleuchten.

NUTRITION
Bodyziele vegan erreichen
Veganismus ist im Trend. Immer mehr Fitnessbegeisterte möchten vegan ihre körperlichen Ziele erreichen. Kein Wunder also, dass auch die Industrie in dieser Bewegung Potenzial sieht, denn wie mit jedem Trend lässt sich hier viel Geld verdienen. Schließlich sind wir immer auf der Suche nach der „magischen Pille“ und der perfekten Lösung für all unsere Probleme. Das machen sich die Hersteller veganer Produkte zunutze. Die Versprechen sind groß: So sollen nicht nur gesundheitliche Probleme gelöst, sondern gleichzeitig auch die Leistung enorm gesteigert werden. Wie bei jedem Trend sollten die Versprechen aufmerksam und kritisch betrachtet werden.

Werbemythos oder Leistungsbooster: Supplements im Science-Check
Den Körper auf Höchstleistung bringen, den Trainingserfolg maximieren: Immer stärker, schneller, länger. Das versprechen Nahrungsergänzungsmittel. Sie sollen Körper und Geist auf das nächste Level bringen. Kunden erwarten dementsprechend den maximalen Erfolg bei minimalem Aufwand. Warum auch nicht? Das Marketingkonzept der meisten Nahrungsergänzungen setzt schließlich an diesem Gedanken an. Besonders verbreitet ist dies im Kraftsport- und Bodybuildingbereich. Ein bekanntes Werbe-Szenario: Ein professioneller Bodybuilder, der am Tag vier Stunden trainiert, vermutlich jedes Reiskorn wiegt, bevor er es isst, und anabole Steroide futtert als wären es Gummibärchen, ziert die Verpackung eines der Wunderpräparate. Dem Kunden suggeriert das ganz klar: „Nur wenn du dieses Präparat konsumierst, wirst du so aussehen und so stark sein, wie ich. Denn sowohl meine Stärke als auch mein Aussehen habe ich zu großen Teilen diesem Produkt zu verdanken.“

Maximaler Muskelschutz: Wie Muskelabbau in der Diät vermieden werden kann
Sei es aus gesundheitlichen Gründen, um überschüssige Pfunde loszuwerden, ein bestimmtes Gewicht für einen sportlichen Wettkampf zu erreichen, auf die Bodybuilding Bühne zu gehen oder einfach, um am Strand eine gute Figur zu machen – es gibt viele Gründe eine Diät anzufangen. Dabei steht bei den meisten ein Ziel im Vordergrund: Gewicht verlieren durch Fettabbau.

TRENDS
Wearables im Check: Welche Aussagekraft haben Fitnessarmbänder?
Noch vor ein paar Jahren wurden Fitness-Tracker und ihre Funktionen belächelt. Ihre Fans waren lediglich am Rande der Fitnessszene angesiedelt. Heute sind sie längst im Mainstream etabliert, werden zunehmend schicker und präziser. Waren es anfangs häufig einfache, dezidierte Schrittzähler und Handy-Apps, die auf Daten der Sensoren im Telefon zurückgriffen, sind Fitnessarmbänder heute technische Alleskönner. Nicht größer als eine Armbanduhr analysieren sie eine Vielzahl an Daten und nehmen eine Auswertung vor. Von der Mutter, die ihren Kalorienverbrauch besser kontrollieren möchte, über den ambitionierten Hobbysportler bis hin zur Profiathletin: Der Fitnesstracker hat sich vom Nischenprodukt längst zum Alltagsbegleiter entwickelt.

MIND
Wie Meditation das Gehirn verändert: Das sagen EEG und MRT
Meditation ist Teil von Entspannungsübungen oder dem Yoga-Training. Während das Meditieren früher allein der religiösen Praxis vorbehalten war, ist es heutzutage weltweit „in Mode“ gekommen. Es wird nicht nur in den verschiedensten Fitnesskursen praktiziert, sondern auch in vielen Bereichen als Behandlungsmethode eingesetzt. Meditieren wird in der Hirnforschung als „mentales Training“ bezeichnet. Während man mit körperlichen Übungen die Muskulatur stärkt, schult man mit dem mentalen Training den Geist. Positives Denken, Kreativität, Kraft und inneres Gleichgewicht gelten als „Folgen“ des regelmäßigen Meditierens und viele Menschen, die über einen längeren Zeitraum Meditationsübungen durchführen, berichten von den zahlreichen positiven Auswirkungen auf das Wohlbefinden, die durch die Veränderungen in den Denkstrukturen zustande kommen. Doch sind diese Veränderungen auch messbar? Und welche Areale des Gehirns werden bei den Meditationsübungen trainiert?

Grenzen überwinden mit Neuroathletik: Analyse einer Trendbewegung
Ein Themenfeld, welches in den vergangenen Jahren zunehmend an Aufmerksamkeit gewinnt, ist das neuronale Leistungs- oder Bewegungscoaching. Die Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften vermitteln spannende Einblicke in die Bewegungssteuerung und wie man diese Erkenntnisse gezielt dazu nutzen kann, um die Bewegungsqualität zu verbessern.


Hand aufs Herz: Wir streben ständig nach Bestleistung, Perfektion, dem Ich 2.0! Auf dem steinigen Weg dorthin begegnen uns immer wieder Wundermittel, die den größtmöglichen Erfolg versprechen: Muskelaufbau ohne Training in gerade mal zwei Wochen – kein Problem. Gewichtsabnahme mit den richtigen Pillen – das Wunschgewicht ist zum Greifen nah. Und alles ohne körperliche Anstrengung, fast wie von selbst.

Was ist wichtig? Täglich erreichen uns unzählige Informationen, darunter nach Expertenschätzung bis zu 10.000 vielversprechende Werbebotschaften. Aber was ist relevant und richtig? Das Gehirn verfügt über ein System, das uns hilft, innerhalb von Sekunden Dinge einzuschätzen. Aufgrund des Confirmation Bias suchen wir tendenziell nach den Informationen, die einmal getroffene Meinungen manifestieren. Durch das Phänomen der selektiven Wahrnehmung nehmen wir nur noch das wahr, was unser Wissen bestätigt. Deswegen fällt es uns so schwer, eine Meinung zu revidieren.

Warum also noch ein Fitnessmagazin, mit noch mehr Informationen? BODY PIONEER soll die Vielzahl an Informationen objektiv darstellen. Dafür teilen Experten aus Wissenschaft und Praxis Erfahrungen und Fachwissen mit den Lesern. Jede Ausgabe beleuchtet Einflussfaktoren aus den drei Säulen BODY, NUTRITION und MIND. In dieser Erstausgabe u. a. mit einem Überblick über unser Hormonsystem, praktischen Tipps zur Verbesserung des Trainings durch Neuroathletik und einer Einschätzung, wie sinnhaft die Supplementierung von BCAAs und Kreatin ist.

Die ultimative Wahrheit? Der Pioniergeist des Magazins treibt uns dazu an, der Wahrheit so nah wie möglich zu kommen. Dies setzt voraus, dass auch wir unsere Aussagen reflektieren und bei Bedarf anpassen. Aus diesem Grund freue ich mich über Anregungen und konstruktives Feedback. Unser Ziel ist, die Sinne zu schärfen und Gehörtes nicht vorschnell zu akzeptieren oder abzulehnen. Nicht nur im Sport gilt es, die Dinge stets aufs Neue zu hinterfragen und den Willen zu haben, dazuzulernen – NBA-Legende Michael Jordan bringt es auf den Punkt: „My best skill was that I was coachable. I was a sponge and aggressive to learn.“

Dankbarkeit … Hinter dieser Erstausgabe steckt eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Alleine wäre sie nie möglich gewesen. Ein ganz besonderer Dank geht deshalb an meine Kollegin Kristina Schnitzlein, die mich voller Enthusiasmus unterstützt hat. Ebenso an alle Autoren, die sich, trotz Zeitdrucks und voller Terminkalender, mit mir in das Abenteuer gestürzt haben. Ein besonderer Dank gilt unserem Autor und Covermodel Felix Berndt, der einen großen Beitrag zur Entstehung des Magazins geleistet hat. Nicht zuletzt wegen des tollen Coverfotos. Ein Bild ist aber nur so gut, wie der Fotograf, der es einfängt … Deshalb auch ein großes Dankeschön an Johannes Krahforst.

Viel Spaß beim Lernen wünscht

Mirjam Gabler