Ausgabe 1.2021

AUSZUG AUS DEM INHALT:

BODY
Hantel versus Maschine – Was ist besser?
Das Muskelaufbautraining ist ein großes Feld, in dem sich verschiedenste Varianten finden lassen. Ob sich das Training an ausgetüftelten Maschinen oder den klassischen Hanteln besser eignet, um die optische Erscheinung zu verbessern und langfristig gesund zu bleiben? Daran scheiden sich die Geister. Wenn es dazu kommt, das Training an Maschinen dem an freien Gewichten gegenüberzustellen, endet das Ganze eher in einer Art Wettkampf der Überzeugungen als in einem objektiven Vergleich der Eigenarten und Vorteile beider Varianten. Wir werden heute aber genau das tun. Wir werden uns sachlich die Vorteile, Nachteile, aber auch die Vorurteile anschauen, die es zu beiden Varianten gibt.

Training mit der Kettlebell – So gelingt der Einstieg
Ob die Kettlebell oder die Kurzhanteln zuerst da war, ist heute eher schwer nachzuvollziehen. Die Antwort ist auch nicht wichtig. Interessanter ist da schon eher, warum die Kettlebell zwischenzeitlich verschwand und erst in den letzten zwei Jahrzehnten wieder zum Vorschein kam. Aber auch das soll nicht die Leitfrage des Artikels sein. Vielmehr soll es darum gehen, wie man am besten ins Kettlebell-Training einsteigt.

Fitness-DNA – Mehr sportlicher Erfolg dank Gentest?!
Während manche scheinbar mühelos einen Halbmarathon laufen oder nach kürzester Zeit einen ordentlichen Bizeps aufbauen, kommt man selbst trotz regelmäßigen Trainings kaum voran. Der mühsame Verzicht auf Kohlenhydrate oder Fette resultiert in Frust. Niedergeschlagen denkt man: „Vielleicht bin ich ja einfach nicht ‚der Typ‘?!“ Aber inwieweit bestimmt unsere genetische Vorprägung unsere Gesundheit, unser Körpergewicht, sportliche Erfolge und Fitnesslevel? Sind DNA-Tests der Schlüssel zu einem perfektionierten, gesunden Ich? Entscheiden die Gene darüber, was wir essen und wie wir uns bewegen sollten?

„The Art of Training“ – Trainingsmethoden kombinieren und ganzheitliche Athletik erlangen
„Pumpen kann jeder!“ – Dieser Gedanke inspirierte Marie Steffen 2018 dazu, verschiedene Trainingsmethoden zu kombinieren und das Trainingsprinzip von „The Art of Training“ zu entwickeln. Mit Hypertrophietraining Muskulatur aufzubauen, ist essenziell, um den Körper zu formen und optische Ziele zu erreichen. Es bedarf einer ausgeprägten Kenntnis über die richtige Ausführung der Grundübungen sowie einer sinnvollen Trainingsplanung. Dennoch stößt man mit diesem Ansatz nach einigen Jahren an seine genetischen Grenzen. Ab einem bestimmten Punkt lässt sich die Kraft sowie die Muskelqualität nur noch minimal steigern, und es werden mehrere Jahre benötigt, um weitere signifikante Fortschritte zu erzielen. Aus diesem Grund werden bei „The Art of Training“ mehrere Trainingsansätze zu einem Prinzip vereint, um eine ganzheitliche Athletik zu erlangen.

NUTRITION
Ist eine Kalorie wirklich eine Kalorie? – Warum die meisten Kalorien mit Brennwerten verwechseln und weshalb das problematisch ist
Regelmäßig erlebe ich Diskussionen zwischen Fachleuten, die sich immer noch über die Frage streiten, „ob eine Kalorie wirklich eine Kalorie ist, und wenn ja, wann“. Allein der Kern der Frage zeigt eine grundlegende Problematik: scheinbar fehlendes Wissen über die Unterscheidung von Kalorien und Brennwerten sowie die Energieaufnahme. Sobald die Unterschiede verstanden und relevante Einflussfaktoren bekannt sind, wird sehr schnell klar, wie sich diverse Lebensmittel kalorisch tatsächlich auf die Energiebilanz auswirken (können). Mithilfe dieses Verständnisses sowie der Vermeidung von Fehlannahmen lassen sich Ziele effektiver erreichen.

Supplements im Science-Check – Beta-Alanin, Arginin und Citrullin
Mit Beta-Alanin und Arginin oder Citrullin verbinden wohl die meisten ein kribbelndes Gesicht und besonders „aufgepumpte“ Arme nach der Einnahme eines Pre-Workout Boosters. Doch können diese Supplemente noch mehr? Dieser Artikel gibt Einblick in den aktuellen Stand der Wissenschaft zu möglichen Effekten, etwaigen Nebenwirkungen und der optimalen Einnahme von Beta Alanin, Citrullin und Arginin.

Wie Zucker blind macht – Diabetes und seine Folgen
Ein athletischer Körper, Fitness und die damit verbundene gesunde Ernährung haben sich zum vermeintlichen Statussymbol etabliert. Gleichzeitig erreichen ernährungsbedingte Erkrankungen ihren Höchststand. Dies wirft viele Fragen auf: Wie gesund leben wir wirklich? Wissen wir, welcher Sport gesund für uns ist und mit welcher Ernährung wir das Beste aus uns herausholen? Sind die Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, tatsächlich so gesund, wie sie aussehen und von der Industrie dargestellt werden?

TRENDS
Faszienrolle, Massage-Gun und Co. – Wie wirksam sind Selbstmassagetools?
Ob Faszienrolle, Faszien-Schaber oder Taping – das Internet ist voll von Angeboten, welche die Selbstbehandlung von Muskelbeschwerden anpreisen. Versprochen werden strukturelle Effekte auf Muskeln und Faszien. Aber was lässt sich auf Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Wirkmechanismen sagen? Welche Effekte treffen zu und welche sind bisher nicht belegt oder sogar widerlegt? Es herrscht eine fundamentale Diskrepanz zwischen evidenten Erkenntnissen und den vermeintlichen Wirkmechanismen der Selbstmassagetools. Das Phänomen ist seit Jahrzehnten zu beobachten, insbesondere in Bezug auf die deutsche Physiotherapie und Erklärungsmodellen von Therapiemaßnahmen. Die individuelle Erfahrung ist zwar immer von Bedeutung. Allerdings sollte diese nur als Leitfaden dienen, um sie kritisch mit belastbaren Daten zu prüfen.

Mythenbarometer: Vitamin B12 – Gibt es einen Unterschied zwischen natürlichem Vitamin B12 und Vitamin B12 als Nahrungsergänzung?
Vitamin B12 ist ein essenzieller Mikronährstoff, den der Mensch über die Ernährung decken muss – meist hauptsächlich tierischen Ursprungs. Zwar findet sich B12 prinzipiell auch in pflanzlichen Lebensmitteln, jedoch decken diese oftmals nicht den Bedarf oder stehen vielfach nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung. Wird zu wenig B12 aufgenommen, so kann das gesundheitliche Folgen haben – wobei ein B12-Mangel wirksam mittels B12-Supplementierung adressiert werden kann. Doch ist das genauso effektiv wie die direkte Aufnahme über eine normale Ernährung?

MIND
Gehirn der Zukunft – Wie verändert Technik unser Denken?
„Kannst du den Helikopter fliegen?“ „Noch nicht.“ Anruf beim Backoffice „Bitte lade das Pilotenprogramm für den B12-Helikopter“ und Momente später geht es los. Diese Szene aus Matrix und andere Konzepte aus Science-Fiction-Filmen und Serien von Ironman über Black Mirror bis Upload haben viele im Kopf, wenn es um Technologie geht, die mit unserem Gehirn interagiert. Elon Musk lässt sich gerne mit Ironman vergleichen. Und vermutlich hat auch er gerne Anleihen bei Matrix genommen, als er 2019 verkündete, dass seine Firma Neuralink an Gehirn-Computer-Schnittstellen arbeite, die seiner Meinung nach langfristig einen „Appstore für unser Gehirn“ ermöglichen. Wir brauchen aber keine Angst haben: „Neuralink wird nicht gleich einfach so Gehirne von Menschen übernehmen“, beruhigt er, „das dauert noch etwas länger.“1 Darauf müssen wir aber nicht warten, um Effekte von Technologie auf unser Denken und Verhalten zu erleben. Das nämlich, passiert schon lange.

Leistungsmotivation im Yoga – ein großes Missverständnis?
Wer sich in Anbetracht unseres Zeitgeistes intensiv mit seinem Körper auseinandersetzt, wird früher oder später mit der jahrtausendalten Yogapraxis aus Indien in Berührung kommen, um sie daraufhin entweder lieben zu lernen oder dankend abzulehnen. Yoga polarisiert und kommt in der öffentlichen Wahrnehmung selten ohne plakative Klischees aus. Dabei kann Yoga so viel mehr sein als eine neumoderne Kreuzberger Gymnastikstunde mit etwas Atmung und schickem Zwirn oder eine räucherstäbchenverbrennende Gesangsstunde im Wollpulli. Es gibt viele Vorstellungen und Ideen, was Yoga ist oder sein kann, und auch dieser Artikel zeigt nur eine Lehrmeinung. Fest steht, dass Yoga häufig wie ein Aufschrei, eine Gegenbewegung zur schnelllebigen, digitalen Leistungsgesellschaft wahrgenommen wird. Der Wunsch nach mehr Tiefe anstatt Oberflächlichkeiten, mehr Entschleunigung statt Zeitdruck und mehr Bewusstsein anstatt omnipräsenter Leistungsgedanken. Doch sind moderne Yogastunden wirklich so anders? Frei von Leistung, Oberflächlichkeiten und Vergleichen?

Zwischen Kino-Werbung, Frustessen und Klinik – Wo fängt störbares Essverhalten an und wo endet eine Essstörung?
Im letzten Beitrag ging es darum, was „emotionales Essen“ eigentlich ist. Diese Formulierung ist etwas unglücklich, stattdessen würde man für die negativ konnotierte Form eher den Begriff „störbares Essverhalten“ verwenden.1 Emotionen und Essen sind miteinander verknüpft und das nicht nur in einem negativen oder pathologischen Zusammenhang.


Wir machen Schluss … mit oberflächlichen Halbwahrheiten. Jetzt mal Tacheles, haben wir uns zu einer Überschriften-Gesellschaft entwickelt? Betrachtet man die Kommentare im Internet, wird klar, wie schnell wir uns heute auf Basis weniger Schlagworte eine Meinung bilden. Insbesondere dann, wenn diese unsere bereits vorhandene Einstellung bestätigen. Wozu tief in etwas einlesen und Zeit verschwenden, wenn sich das Wichtigste in einer simplen Kernaussage zusammenfassen lässt? Aber auch wenn die vielversprechenden Werbeaussagen und scheinbaren „Geheimtipps“ in den reißerischen Überschriften verführerisch sind:

Sie verleiten zu unnötigen Fehlkäufen und gefährden schlimmstenfalls sogar die Gesundheit. Dies untermauert, wie wichtig es ist, sich ersthaft zu informieren, anstatt sich mit dogmatischen Empfehlungen und scheinbaren Wundermitteln abspeisen zu lassen. Ein komplexes System wie unser Körper lässt sich eben nicht mit fünf Buzzwords erklären.

Neugierig, kritisch und fundiert haben sich unsere Experten auch diesmal mit Werbemythen sowie aktuellen Fragestellungen beschäftigt: Lässt sich der Trainingserfolg dank freiverkäuflicher Gentests optimieren? Wie wirkungsvoll sind die derzeit viel beworbenen Massagepistolen? Ist synthetisches Vitamin B12 tatsächlich schlechter als natürliches? Neben kritischen Fragen möchten wir wie immer neue Inspirationen für das Training bieten: So zeigt Jule Schwäbe, wie sich verschiedene Sportdisziplinen vereinen lassen, um ganzheitliche Fitness zu entwickeln und Johannes Kwella erklärt, wie der Einstieg in das Kettlebell-Training gelingt.

Ich danke allen Autoren, die an dieser ersten Jubiläumsausgabe mitgewirkt haben. Ebenso dankbar bin ich für die großartige Community von wissbegierigen Menschen, die wir innerhalb des letzten Jahres aufbauen konnten. Der Fitness- und Gesundheitsmarkt entwickelt sich ebenso schnell weiter wie die dahinter stehende Studienlage, also lasst uns offen, reflektiert und frei von Dogmatismus in die Tiefe gehen.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und Entdecken

Mirjam Gabler