Ausgabe 2.2020

AUSZUG AUS DEM INHALT:

BODY
Plateaus überwinden: Intensivierungsmöglichkeiten im Krafttraining
Die Anfangsphase eines Krafttrainings ist generell, sofern es vernünftig gestaltet ist, durch eine stetige Verbesserung der Muskelkraft gekennzeichnet. Doch je fortschrittlicher der individuelle Trainingsstand wird, desto langsamer lassen sich Erfolge wahrnehmen. Ein seltsames Phänomen: Die Gewichte können seit Wochen nicht erhöht werden und auch die Wiederholungszahlen bleiben gleich. Aber woran liegt das und wie kann dieses Plateau überwunden werden?

Grundübungen im Fokus: Die häufigsten Fehler bei Kniebeugen

Hormongesteuert: Der Einfluss von Testosteron und Östrogen
Magazine, Fernsehen oder Social Media: überall das gleiche Bild von makellosen Menschen mit makellosen Körpern. Vor unserem inneren Auge zeichnet sich ein Bild der Perfektion. Der künstlich erzeugte Körperkult etabliert sich in unseren Köpfen. Im Zusammenhang mit dem Streben nach Bestleistung wird der Einfluss von Hormonen immer häufiger als Steuerelement herangezogen. Häufig wird ihr Einfluss als Zünglein an der Waage vermutet, das über Erfolg oder Scheitern entscheidet. Als Arzt werde ich im Fitnessstudio oft mit Fragen zur Hormonersatztherapie konfrontiert. Einer Hormonsubstitution bei konstitutionell gesunden Menschen stehe ich sehr kritisch gegenüber. Ausnahmen gibt es bei medizinisch nachweislichem Hormonmangel. Jedoch gibt es natürliche Möglichkeiten, um Einfluss auf den Hormonhaushalt zu nehmen.

NUTRITION
Protein im Fokus: Wie funktioniert der Proteinstoffwechsel und können Proteinshakes schaden?
Proteine haben in verschiedensten Formen ihren Weg in unsere Nahrung gefunden: Verbreitet sind nicht nur Klassiker wie Fleisch, Fisch und Milch, sondern auch Proteinpulver und Lebensmittel, denen extra mehr Protein beigemischt wird. Diese Produkte werden in Deutschland vielfach angeboten: Laut einer Statistik des Jahres 2018 stieg zwischen 2013 und 2017 das Angebot an proteinreichen Produkten um 62,7 Prozent an.1 Damit verzeichnet es unter allen Lebensmitteltrends mit deutlichem Abstand den größten Zuwachs. Was sollte man jedoch wissen, bevor man seinem Körper verstärkt Proteine zuführt? Können sie der Niere schaden? Und gibt es einen Unterschied bezüglich des Stoffwechsels bei tierischen und pflanzlichen Proteinen?

Supplements im Science-Check: Mehr Leistung durch Coffein?
Coffein ist eines der beliebtesten Supplements der Welt. Untypisch für ein Nahrungsergänzungsmittel ist hierbei, dass es von den meisten Menschen gar nicht isoliert in Pulver-, Tabletten- oder Kapselform wie andere Supplemente zu sich genommen wird, sondern ganz organisch, meistens durch die Kaffeebohne. Durchschnittlich konsumiert jeder Deutsche ca. 5,5 Kilogramm Rohkaffee pro Jahr.1 Das entspricht im Schnitt zwei Tassen am Tag pro Kopf. Damit konsumieren wir ungefähr 20 % mehr Kaffee als die Amerikaner.2 Finnland ist mit 12 Kilogramm Rohkaffee weltweit an der Spitze der Kaffeekonsumenten. Coffein ist nicht nur in Kaffee zu finden, sondern auch in Cola, Tee, Kakao, Guarana, Mate und Energiedrinks ist der Stoff entweder von Natur aus enthalten oder nachträglich zugesetzt. Doch nicht nur Kaffeetrinker machen sich die Wirkung von Coffein zunutze, auch Leistungs- und Breitensportler oder generell Menschen, die ihre physischen und psychischen Leistungen steigern wollen.

Mythos Übersäuerung: Das sagt die Wissenschaft
Wer einmal Begriffe wie Säure-Basen-Haushalt oder Übersäuerung gegoogelt hat, ist mit ziemlicher Sicherheit auf eine Reihe von Artikeln gestoßen, die eine Übersäuerung des Körpers durch bestimmte Nahrungsmittel als ein allgegenwärtiges Problem der Gesellschaft identifizieren. Vor allem tierische Eiweißquellen stehen in Verruf, den Körper „sauer“ zu machen. Übersäuerung durch eine vermeintlich falsche Ernährung soll eine Reihe gesundheitlicher Probleme verursachen: angefangen bei Unwohlsein, Antriebsarmut, einer reduzierten Leistungsfähigkeit, über Osteoporose und Knochenschwund bis hin zu Krebs. Ratgeber über eine basische Ernährung und Supplements, die den Säure-Basen-Haushalt ausgleichen sollen, versprechen Abhilfe für ein vermeintliches Gesellschaftsproblem. Aber ist die Sorge, durch eine bestimmte Ernährung zu übersäuern, überhaupt gerechtfertigt?

TRENDS
Trainingsstrategien und Verletzungsprävention im Sport: Welchen Beitrag kann die Digitalisierung leisten?
In der Arbeit des Physiotherapeuten oder Trainers spielen sport- und alltagsbedingte Schmerzkomponenten eine bedeutsame Rolle. Sie bilden eine große Herausforderung in der Entscheidungsfindung von Trainingsreizen. Die differenzierte Betrachtung unterschiedlicher Schmerzformen und den damit verbundenen Anpassungsvorgängen kann großen Einfluss nehmen. Forschungsergebnisse aus Neuro- und Trainingswissenschaften können helfen, Therapie und Training gezielter auf das Individuum abzustimmen. Auch die Digitalisierung kann ihren Beitrag leisten. Deshalb beleuchtet der Beitrag auch, inwieweit Therapie und Training durch medizinische Apps nachhaltiger gestaltet werden können.

Biohacking im Sport
Den eigenen Körper verstehen und gleichzeitig die geistige und körperliche Leistung steigern: Biohacking verspricht genau das. Der folgende Beitrag gibt einen ersten Einblick in die Welt des Biohackings. Neben einer Erläuterung der Terminologie umfasst er die Entstehung und Entwicklung von Biohacking. Zudem wird erklärt, wie Biohacking die sportliche Leistung verbessern kann und welche Faktoren sich optimieren lassen.

Mythen-Barometer: Gibt es einen schlechten Stoffwechsel?
Wenn das Gewicht nicht in die Richtung verläuft, die man sich gern wünscht, dann ist klar, wer schuld ist: der Stoffwechsel. Menschen mit einem scheinbar schlechten Stoffwechsel können einfach kein Fett verlieren, während andere kein Problem haben, alles zu essen und trotzdem ein niedriges Körpergewicht ohne viel Aufwand zu halten. Doch was ist wirklich dran am schlechten Stoffwechsel? Wieso nehmen manche Menschen schnell zu, während andere damit gar kein Problem haben?

MIND
Grenzen des Neuro-Trainings

Resilienz: Das Geheimnis psychischer Widerstandskraft
Wäre es nicht schön, wenn aller Stress an uns abprallen würde? So wie der Wortursprung der Resilienz,1 lateinisch resilire, es verspricht? Und wäre es nicht ganz und gar unglaublich, dass immer mehr Studien2 darlegen, dass ausgerechnet absichtsloses Nichtstun uns diesem Zustand näher bringt? Bildgebende Verfahren und Tests an Menschen und Tieren geben Aufschluss über die Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, Stress zu begegnen. In stressvollen Lebensumständen ist psychische Gesundheit nicht nur ein genetisches Privileg. Es kann auch das Resultat entsprechenden Trainings sein.


Wieso, weshalb, warum – Der Titelsong der Sesamstraße weckt Kindheitserinnerungen. Auf einer etwas philosophischeren Ebene erinnert das Kinderlied an etwas Grundlegendes. Etwas, das wir als Kinder perfekt beherrschten: Die Kunst des Fragens!

Als Kinder stellen wir tausende Fragen. Dabei ganz zentral, die Frage nach dem „Warum“. Jeder Tag ist ein neues Abenteuer voller Entdeckungen. Irgendwann lässt der Drang, die Welt mit all ihren Facetten verstehen zu wollen, jedoch nach. Wir nehmen die Dinge so hin, wie sie sind und stecken neue Informationen in fein säuberlich vorsortierte Denkschubladen.

Gerade im Fitnessbereich kursieren jedoch viele Mythen über vermeintliche auf dem Weg zum Ziel. Die Werbeindustrie bombardiert uns geradezu mit innovativen Produkten, die gewaltige Fortschritte versprechen. Auf der ständigen Suche nach Perfektion nehmen wir diese dankend an, ohne die Versprechen kritisch zu hinterfragen. Oft sind es jedoch einfache Grundprinzipien, die es zu verstehen gilt, um Aussagen zu bewerten.

Neugierig, kritisch und fundiert gibt auch die zweite Ausgabe Antworten auf die „Warums“, die wir uns viel häufiger stellen sollten! So erfahren wir u. a., wieso metabolischer Stress den Muskelaufbau fördern kann, weshalb wir unser Gehirn bei weitem noch nicht so gut kennen, wie wir denken und Koffeinpausen unsere Leistung steigern können.

Diese „Warums“ helfen dabei, ein Verständnis für die entscheidenden Parameter der Leistungsfähigkeit zu gewinnen, Informationen aus einem objektiven Blickwinkel zu betrachten und die eigenen Leistungsziele besser zu erreichen.

Wer könnte die Frage nach dem „Warum“ besser verstehen, als jemand, dessen Beruf es ist, anderen etwas beizubringen. Vielen Dank an Sportlehrer und Autor Johannes Krahforst für den spannenden Beitrag und das tolle Coverbild.

Viel Spaß beim Lernen und Entdecken,

Mirjam Gabler